1. Welche Performance hat Sie besonders beeindruckt und warum?
Ich besuche das Bone Festival seit Jahren gerne, es ist frisch und spritzig, oft für Überraschungen – oder Enttäuschungen – gut. Ich konnte schon einiges entdecken. Nicht alles gefiel mir. Aber ich bin neugierig, gehe gerne hin und mach mich manchmal auch gerne wieder aus dem Staub. So nahe, so unmittelbar in den Akt, ins Kunstgeschehen einzutauchen und es mitzuerleben, ist immer ein Erlebnis. Es zwingt mich auch, ein bekanntes Territorium zu verlassen und mich der performenden Künstlerin auszuliefern. Für mich ein gewisser Kontrollverlust. Aber es ist immer sehr spannend: Ich habe keine Ahnung, was kommt, was mich erwartet. Ich mag die Kollision – und fürchte sie zugleich. Wenns irgendwie geht, bleibe ich auch, sogar wenns fast unerträglich ist. Ich zwinge mich dazu aus Respekt vor der Künstlerin und auch, um mich wirklich darauf einzulassen. Vielleicht packt es mich trotzdem, oder ich finde es bis zum Schluss schrecklich. Was ist schon Kunst, wo sind die Grenzen, wann überschreiten wir sie? Eine Performance zwingt mich auch zu Selbstreflexion: Warum berührt es mich oder lässt mich kalt? Habe ich überhaupt intellektuell erfasst, worum es geht? Solche Fragen stelle ich mir. Ich möchte nicht auf eine bestimmte Performance eingehen, denn es steht mir nicht zu zu werten.
